Auf der Suche nach der Stille

Auf einer Reise zum Südpol. Auf einer Tour durch die Kanalisation New Yorks. Unter dem Sternenhimmel. Am Schreibtisch. Der norwegische Abenteurer, Kunstsammler, Verleger und Anwalt Erling Kagge macht sich auf den Weg, um vollkommene Stille zu finden. Und er geht Fragen zur Stille nach: Wie und wo entsteht sie? Wieso empfinden wir sie so unterschiedlich? Warum halten wir Stille manchmal so schwer aus? Und vor allem, was bedeutet das Empfinden von Stille für uns – und was passiert mit uns, unserem Denken und Fühlen bei ihrer Abwesenheit? Erling Kagge geht all diesen Fragen in kurzen essayistischen Texten nach und jedes Kapitel lässt einen mal nachdenklich, mal sehnsüchtig, aber immer sehr erfüllt zurück. Am Ende – Erling Kagge – findet man die größte und zufriedenstellendste Stille in sich selbst. Aber das ist ein Schatz, der nur schwer zu heben ist. Unbedingt lesen.

Erling Kagge: Stille- ein Wegweiser (Insel)

Im Wasser

Die kanadische Künstlerin und Autorin Leanne Shapton, die unter anderem als Art Directorin für die New York Times tätig war, stand in ihrer Jugend vor der Entscheidung sich voll und ganz dem Leistungssschwimmen zu widmen. Sie war als junges Mädchen im Kader für die Olympia-Qualifikation, entschloss sich aber dann doch auszusteigen und dieser Welt der Disziplin und Härte sich selbst gegenüber den Rücken zu kehren. Doch da sie mit dem Schwimmen gorß geworden und erwachsen geworden ist, kann sie sich bis heute nicht ganz vom Wasser lösen. In ihrem wunderbaren Coming of Age-Roman „Bahnen ziehen“ (Suhrkamp) beschreibt sie diese ganz eigene Welt der Leistungsschwimmer zärtlich und immer mit einem gewissen Staunen, dazu nimmt sie Bezug auf ihr jetziges Leben in New York als Künstlerin. Eine wahnsinnig schöne Lektüre – nicht nur für begeisterte Schwimmer.

Kategorien Für die Seele

Er ist wieder da, der Herbst. Und mit ihm: diese ganz besondere klare Luft am Morgen und Abend, die es so nur zu dieser Jahreszeit gibt. Dazu: Das Rascheln des Laubs unter den Füßen. Ein kühler   Wind auf der Haut. Der Herbst ist die allerbeste Laufzeit. Das Atmen fällt leichter, man schwitzt nicht so schnell und stark.

Ich glaube  nicht an Perfektion, aber bei diesen Herbstrunden komme ich in Versuchung. Weil die Natur selten so eins mit sich wirkt wie zu dieser Jahreszeit. Vielleicht liegt es auch daran, dass sie immer mit ein wenig Wehmut verbunden ist: Nicht mehr lange, und es wird abends UND morgens dunkel sein. Die Bäume werden kahl sein statt wie jetzt golden… Und deswegen kann man gar nicht genug Farbe aufsaugen, um sich gegen das Grau zu wappnen, das uns bald umgibt. Also, geht raus, und lauft. Lauft, Leute!